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Zur Ernährung des Hundes

 Industriell gefertigtes Alleinfutter oder selbst  zubereitete Rationen?

Von Dr. Friedmar Krautwurst

 Voraussetzung zum Ernährungserfolg

Jeder Hundehalter, der auf die  richtige Ernährung seines Vierbeiners bedacht ist, wird in der Praxis den Ernährungserfolg sowie auch eventuelle Fütterungsfehler am äußeren Erscheinungsbild seines Tieres ableiten. Wer über das notwendige zur ernährung des Hundes 00Grundwissen über Ernährung verfügt, kann eine erforderlich gewordene Futterumstellung sicherlich mit besserem Erfolg gestalten als derjenige, der nur nach Gefühl und Geldbeutel entscheidet. Er wird bei Alleinfutter auch in der Lage sein, die auf den Verpackungen angegebenen Schlüsselwerte zu deuten und für selbst zubereitete Rationen die Nahrungskomponenten entsprechend auszuwählen.

So gesehen ist die Aneignung eines Elementarwissens über Hundeernährung für den Halter und - noch dringender - für den Züchter Grundlage für den Ernährungserfolg. Wer nicht zu den qualifizierungsunwilligen, selbstsicher auftretenden Nichts oder auch Besserwissern gehört, wird sich auch nicht in Streitigkeiten verwickeln, ob nun industriell gefertigtes oder selbst zubereitetes Futter das Bessere für seinen Hund sei. In erster Instanz wird man sich um Futter, das physiologisch artgerechte Nährstoffe enthält, bemühen. Also um ein Futter mit einer möglichst hohen Verdaulichkeit der Nährstoffe und einer optimalen „biologischen Wertigkeit" des Eiweißes.

Wieder ist das  Wissen des Hundehalters gefragt. Er muss sich bei der Selbstzubereitung von Rationen anhand von Futterwerttabellen einen Überblick über den Gehalt an Nährstoffen, Energie und Verdaulichkeit der jeweiligen Futtermittel verschaffen, bzw. er sollte in der Lage sein, die Schlüsselwerte der Fertigfutter einigermaßen zu deuten. Inwieweit ihm das gelungen ist, wird er spätestens am Kotabsatz seines Hundes erkennen minderwertige Futtermittel erbringen immer erhöhte Kotmengen.

 Zur Gewährleistung positiver  Ernährungserfolge gehören

natürlich noch eine Reihe weiterer Erfordernisse: eine genaue Bedarfsermittlung nach Alter, Körpergewicht und Leistung, alle Maßnahmen der Fütterungshygiene und die Einhaltung erforderlicher Futterfrequenzen nach Alter und Körperendgröße.

Bezüglich täglicher Futter frequenzen ist besonders zu beachten, dass der Verdauungstrakt großer Hunde proportional zu ihrer Körpermasse kleiner als der von Hunden geringerer Körpergröße ist. Große Hunde sollten deshalb ihre Tagesfutterration zumindest halbiert oder gedrittelt in gleicher Zeitverteilung erhalten, um Verdauungsstörungen, insbesondere der gefürchteten Magendrehung, vorzubeugen.

Grundsätze der Rationsgestaltung

 Ob industriell hergestelltes  Fertigfutter oder selbst zubereitete Nahrung zum Einsatz kommt - als Erstes steht immer die Frage nach dem Mengenbedarf pro Tier und Tag. Dieser richtet sich nach dem Erfordernis an verdaulicher Energie und  verdaulichem Rohprotein (Protein-Energie-Relation) in Abhängigkeit von Alter, Körpergewicht und der Leistung, die dem Organismus des Hundes abverlangt wird. Die richtige Bedarfsabsicherung an verdaulicher Energie, verdaulichem Rohprotein und weiteren Nährstoffen ist ihrerseits abhängig vom Gehalt der zum Einsatz kommenden Futtermittel. Wer seinem Hund mit Erfolg die Nahrung selbst zubereiten möchte, dem sei bereits an dieser Stelle der Hinweis gegeben, dass er zumindest in gewissem Umfang in der Lage sein muss, Nährstoffbedarf und Angebot auszubilanzieren. Unter Ausbilanzierung soll verstanden werden, dass die Bilanz nicht unbedingt in jeder Ration, aber in der Folge mehrerer, gegeben sein muss. Kommt gutes Alleinfutter zum Einsatz, dann ist eine Energie- und Nährstoffausbilanzierung nicht erforderlich. Der Hundehalter sollte der Fütterung seines Hundes aber trotzdem eine gewisse Aufmerksamkeit schenken, wenn die Ernährung Erfolg versprechend sein soll.

Der Mengenbedarf pro Tier und Tag setzt auch hier Kenntnis des aktuellen Körpergewichts des Hundes voraus. Die dazu auf den Produktverpackungen angeführten Bedarfsnonnen stellen nur Richtwerte, meist an der oberen Grenze, dar und bedürfen einer individuellen Prüfung am Tier. Mengenveränderungen, besonders Erhöhungen, müssen schrittweise vorgenommen werden, da plötzliche Verabreichungen größerer Mahlzeiten fast immer Verdauungsstörungen zur Folge haben. Die Ernährung darf aber niemals zur Verfettung führen. Rippen und Dornfortsätze der Wirbelsäule sollten nicht sichtbar, aber leicht zu ertasten sein. Das Fell des Hundes sollte den erforderlichen Glanz aufweisen. Für die Bedarfsabsicherung bleibt weiterhin zu beachten, dass nur Produkte zum Einsatz kommen, die dem Alter und der Körpergröße des Hundes entsprechen. Soll die Bedarfsbilanz des Alleinfutters erhalten bleiben, verbieten sich Futterzusätze jeglicher Art!

Ernährung mit Alleinfutter

Bekanntlich steht Alleinfutter als Trockenfutter. Halbfeuchtfutter und Feuchtfutter zur Verfügung. Vor Gebrauchshunde freunden soll hier im Weiteren nur von Trockenfutter ausgegangen werden.

Seinen Hund mit Alleinfutter zu ernähren ist zweifellos die einfachste Fütterungsart, verleitet aber auch zur Bequemlichkeit und Vernachlässigung oben angeführter Hinweise bzw. Erfordernisse, was nicht selten den erwarteten Emährungserfolg in Frage stellt. Es sind nicht wenige, die weder das Gewicht ihres Hundes noch die täglich verabreichte Futtermenge kennen. Ohne Maßgefäß wird dann das Trockenfutter nach Gutdünken schnell in einer einzigen Tagesration verabreicht. Das kann auf die Dauer nicht gut gehen, und plötzlich hat man dann Zeit, mit allen möglichen, nicht beweisbaren Argumenten die Fertigfutterproduktion zu verdammen. Andererseits steht die Tatsache, dass Alleinfutter nicht Alleinfutter ist, weil es hinsichtlich Zusammensetzung und in der Verfügbarkeit der Nährstoffe für den Organismus

(Verdaulichkeit) Unterschiede gibt, die man dem Produkt nicht ansieht. Der Käufer sollte deshalb unbedingt einmal hinter die bunten Werbeplakate schauen, um annähernd die beste Qualität herauszufinden, und die Finger von Billigfutter lassen, das auf Grund seiner schlechten Verdaulichkeit Hund und Halter teuer zu stehen kommen kann. Das Herausfinden eines Qualitätsfutters ist natürlich mit obigem Hinweis allein nicht zu erreichen, auch hier sind elementarste Grundkenntnisse zur Ernährung des Hundes gefragt. Der Käufer sollte deshalb die Angaben zum Produkt beachten. In Abhängigkeit von den verarbeiteten Ausgangsstoffen ergeben sich die Schlüsselwerte der Inhaltsstoffe des Produktes. Schon an dieser Stelle zeigen sich Differenzen zwischen den Herstellern. Einerseits werden nur Rohprotein, Rohfett, Rohfaser, Rohasche und einige wenige Mineralstoffe ausgewiesen, andere Firmen erweitern dies durch Angaben zu den Vitaminen, selten werden die Kohlenhydrate und die Energie pro Mengeneinheit aufgeführt.

Dem aufmerksamen Betrachter fällt an dieser Stelle der hohe Anteil von 40 bis 50 % an Kohlenhydraten bzw. „stickstofffreien Extraktstoffen" (NFE) in den meisten Trockenfutterprodukten auf. Es ist dies die prozentuale, meist nicht ausgewiesene Differenz zwischen Rohprotein plus Rohfett zur Gesamttrockenmasse. Die Ausgangsstoffe dieser Kohlenhydrate sind Getreideprodukte. Unterschiedliche Aufschlussverfahren entscheiden über die Verfügbarkeit dieser Getreideprodukte im Organismus, was letztendlich erst am Tier feststellbar ist.

Nun gibt es genügend Argumente, dass der Haushund ein Omnivore (Allesfresser) sei, der Kohlenhydrate zu seinem Vorteil auch unaufgeschlossen nutzen kann. Dem widerspricht, dass Anatomie und Physiologie der Verdauungsorgane des Haushundes noch weitestgehend dem seines Vorfahren, dem Wolf, und somit den Carnivoren (Fleisch fressende Raubtiere) entsprechen. Wenn Wölfe auch keine reinen Fleischfresser sind, so sind sie doch in erster Instanz Beutefresser, wodurch sie natürlichvorwiegend Fleisch, aber auch lebenswichtige Mineralstoffe, Vitamine und für ihre Darmmotorik erforderliche Substanzen aufnehmen, auf Dauer aber wohl kaum so hohe Anteile an Getreide.

Weitere Gedanken zu den Inhaltsstoffen der Alleinfutter

Rohprotein mit seinem prozentualen Anteil steht hier an erster Stelle der Rezepturen. Der sachkundige Käufer wird wissen, dass es sich dabei nicht um Reineiweiß, sondern um die gesamte stickstoffhaltige Substanz im Futtermittel handelt. Eiweiße enthalten im Mittel 16 % Stickstoff. Dieser wird als Grundlage bei Proteinanalysen zum Ansatz gebracht, indem der ermittelte Stickstoffgehalt des Futters mit 6,25 multipliziert wird (100 : 16 = 6,25). Die so errechnete Proteinmenge ist dann das Rohprotein, welches neben den lebenswichtigen Aminosäuren noch stickstoffhaltige Verbindungen nicht eiweißartiger Natur, so genannte
Prosthetische-Gruppen, enthalten. Kommen Ausgangsstoffe tierischer Herkunft zum Einsatz, dann ist die Differenz zwischen Rohprotein und Reinprotein gering, bei pflanzlichen hingegen kann sie erheblich sein. Das Gleiche trifft im Bezug auf die „biologische Wertigkeit" der Eiweiße zu. Auch hier haben tierische Proteine eine höhere Wertigkeit für den Hund als pflanzliche, da sie in ihrem Aufbau (Aminosäureprofil) den Proteinen des Hundes ähnlicher sind. So haben z. B. proteinreiche Pflanzen, wie die Sojabohne, eine für den Hund nicht optimale Aminosäure-Zusammensetzung. Einige lebensnotwendige Amino-säuren müssen dann in der Nahrung ergänzt werden. Diese ernährungsphysiologisch relevanten Zusammenhänge sind den prozentualen Angaben zum Rohprotein nicht zu entnehmen.
Rohfette stellen von den drei Hauptnährstoffen die größten Energiemengen für den Organismus zur Verfügung. Im Vergleich liegen folgende Brennwerte (Bruttoenergie) vor:
Fette ca. 39 kJ/g, Kohlenhydrate ca. 17 kJ/g. Bei Eiweiß besteht nach Beachtung aller stoffwechselbedingten Verluste ein theoretischer Brennwert von ca. 19,4kJ/g.
Von ernährungsphysiologischer Bedeutung ist aber die Art der Fette bzw. ihre chemische Zusammensetzung. Nahrungsfette bestehen aus Glyzerin und drei gleichen oder auch verschiedenen Fettsäuren. Enthalten die Rohfette keine Fremdkomponenten, werden sie als Neutralfette bezeichnet. Hinsichtlich der chemischen Zusammensetzung ist die Bindungsart der Fettsäuren im Molekül für den Fettstoff wechsel äußerst wichtig. Die ungesättigten, zum Teil lebensnotwendigen Fettsäuren enthalten diesbezüglich Doppelbindungen. Ihre Gegenwart in der Futterration verbessert den Fettstoffwechsel, während gesättigte langkettige Fettsäuren als weniger effektiv für den Stoffwechsel anzusehen sind. Diese ernährungsphysiologischen Erfordernisse, die sich aus der Art der im Fertigfutter eingesetzten Fette ergeben, sind den alleinigen prozentualen Angaben zum Rohfett ebenfalls nicht zu entnehmen und am Produkt selbst in keiner Weise nachvollziehbar.
Kohlenhydrate sind, wie bereits ausgeführt, als solche unter den Schlüsselwerten nicht direkt angegeben. Ihr Anteil im Trockenfutter beträgt mitunter ca. 40 bis 50 %. Ausgangsstoffe sind Getreideprodukte, und diese sollten auf Grund des Risikos einer bakteriellen Fermentation mit Gasbildung, auch wenn sie aufgeschlossen sind, zumindest bei großen Rassen, nur in geringem Umfang zum Einsatz kommen. Der Hund benötigt zwar Kohlenhydrate in Form von Glukose für seinen Stoffwechsel (als verdauliches Kohlenhydrat ist die Glukose Energiequelle für wichtige Organe des Körpers und stellt u. a. die Grundbausteine für die Synthesen mehrerer biologischer Moleküle dar), diesbezüglich ist es aber wissenswert, dass Hunde in der Lage sind, ihren Glukosespiegel im Blut konstant zu halten, ohne dass sie Kohlenhydrate mit der Nahrung aufnehmen müssen. Ihren Bedarf können sie zum größten Teil aus dem Glyzerin der Fette nutzen, das im Fettstoffwechsel zu Glukose aufgebaut wird. Eine weitere, wenn auch unökonomische Quelle ist das Eiweiß, wenn es bei entsprechendem Angebot zur Desaminierung kommt, d. h. zum Umbau der Aminosäuren in Ammoniak und Glukose. Die Glukose wird dann ebenfalls in den Energiestoffwechsel überführt und der Ammoniak noch in der Leber zu Harnstoff umgewandelt. Der Glukoseaufbau im Fettstoffwechsel bestätigt im gewissen Sinne die Auffassung, dass Hundenahrung mit 40 % und mehr Anteil an Kohlenhydraten nicht unbedingt als artgerecht anzusehen ist und auch der Hund noch naturgewollt mehr zu tierischer als zu pflanzlicher Nahrung tendiert.
Rohfaser wird mitunter als „diätetische Faser" in den Schlüsselwerten deklariert und in einer Fußnote als die Gesamtheit der verdaulichen und unverdaulichen Faser erläutert. Es dürfte feststehen, dass der Hund Rohfaser nicht aufschließen oder gar absorbieren kann, doch hat er daran einen gewissen Bedarf, um seine Darmmotorik und Peristaltik zu regulieren bzw. zu steuern. Als Substrat für den Bakterienstoffwechsel im Dickdarm kommt der Rohfaser ebenfalls eine gewisse Bedeutung zu. Ihr Bedarf in der Gesamtration ist verhältnismäßig gering. Mit der Erhöhung des Anteils Rohfaser im Futter sinkt die Gesamtverdaulichkeit.
Mineralstoffe und Vitamine werden von profilierten Herstellern, je nach Futter für Aufzucht oder adulte Lebensabschnitte, nach wissenschaftlichen Normen zugesetzt und ebenfalls ausgewiesen. Eine Möglichkeit unmittelbarer Prüfung der Angaben durch den Käufer besteht nicht. Der Vollständigkeit halber sei noch auf die mitunter vorhandene Aufzählung der verwendeten Ausgangsstoffe (Zusammensetzung) und das Nichtverwenden von Geschmacks- und Farbstoffen verwiesen, was man natürlich dem Fertigprodukt nicht ansieht. Zusammenfassend kann man davon ausgehen, dass der Hundebesitzer schon eine ganze Portion Vertrauen zum Fertigfutterhersteller aufbringen und glauben muss, dass die Futterindustrie ihrer Verantwortung gerecht wird, die Schlüsselwerte für jede einzelne Abpackung voll inhaltlich zutreffend sind und gewissenhaft frische Nährstoffe für die Produkte eingesetzt wurden, die weder während der Herstellung noch Lagerung Schaden genommen haben.

Selbst zubereitete Rationen

Es sind nicht wenige Hundehalter, die ihren Tieren das Futter selbst zubereiten. Das ist keine veraltete Ansicht oder gar zum Nachteil für den Hund. Allerdings wird man den notwendigen Bedürfnissen des tierischen Organismus nicht gerecht, wenn man den Hund ohne jegliche ernährungsphysiologische Kenntnisse mit Futter versorgt, das eben gerade zur Verfügung steht. Empfehlungen, den Hund ständig abwechslungsreich und mit einem hohen Anteil pflanzlicher Produkte und auch mit Küchenabfällen zu versorgen - weil der Hund ein Allesfresser sei -, sollte man besser nicht akzeptieren.
Selbst zubereitete Rationen erfordern, wenn sie Erfolg versprechend sein sollen, einen wesentlich höheren Aufwand als diejenigen mit Fertigfutter. Das beginnt nicht erst bei der Rationsgestaltung, sondern bereits bei der Frischfutterbeschaffung. Für den Züchter großer Rassen wird Kühlkapazität, Zerkleinerungstechnik bis hin zu einem Futter-lagerungs- bzw. Zubereitungsraum notwendig. Abzuraten ist dieses Fütterungsregime für die leider noch umfangreich in Erscheinung tretenden flach denkenden Besserwisser, für die der Hund schon gut ernährt wird, wenn er das aufnimmt, was ihm gerade vorgesetzt wird. Kenntnisse zur Futtermittelkunde sind gefragt, um eine ausgewogene Zusammenstellung, zumindest in Folge mehrerer Rationen, zu gewährleisten. Auf die Dauer ist es für die Gesundheit des Hundes nicht zuträglich, wenn sein Besitzer nicht in der Lage ist, die Rationen annähernd auszubilanzieren. Man sollte sich hierbei ein Nährstoffeinschätzungsvermögen aneignen, weil für die Zusammenstellung derartiger Rationen auf Tabellen zurückgegriffen werden muss. Diese können aber für das jeweilige Futtermittel nur mittlere Werte ausweisen. Deshalb muss der Hundehalter schon selbst einschätzen können, ob es sich beispielsweise bei Muskelfleisch oder Innereien um Produkte mit wenig, mittlerem oder hohem Fettanteil handelt oder welches die geeignetesten Energieträger mit entsprechender Verdaulichkeit unter den pflanzlichen Produkten sind. Weiterhin bedarf die Ein-bilanzierung der Mineralstoffe und Vitamine in die Ration entsprechender Akribie. Dem Umgang mit Futterwerttabellen stehen viele Hundehalter nicht aufgeschlossen gegenüber, obwohl es nur eine Frage der Übung ist und die Berechnung auch nur als Überblick bei Änderungen in der Ration neu erforderlich wird. Für die Rationsgestaltung sind dann schließlich die eingangs beschriebenen Grundsätze einzuhalten, sodass diesbezüglich hier keine weiterem Ausführungen erforderlich sind. Es verbleibt dann schließlich noch die Entscheidung zum optimalen Verhältnis tierischer Produkte zu
pflanzlichen in der Ration und zur Verabreichung der tierischen Futtermittel in rohem oder gekochtem Zustand. Beide Fragen werden nicht nur unter Hundehaltern, sondern auch in wissenschaftlichen Abhandlungen kontrovers diskutiert und die unterschiedlichsten Auffassungen als artgerecht interpretiert. Artgerecht ist hierbei auf den Vorfahren Wolf und seine domestizierte Form, den Haushund, bezogen. Ersterer hat sich über Millionen von Jahren durch eine breit gefächerte tierische und pflanzliche Nahrung gegenüber der natürlichen Selektion erhalten. Wobei rohes Fleisch und Innereien seiner Beutetiere als Grundnahrung angesehen werden und rohe pflanzliche Produkte in Abhängigkeit vom Beutetierangebot und für physiologische Erfordernisse der Verdauung aufgenommen werden. Über die Zeit der Domestikation veränderte sich auch die Ernährung des Hundes, sie wurde variabler, aber blieb nicht immer artgerecht. Ausgehend von der veränderten Ernährung über die Zeit der Domestikation des Hun-
des und noch weiter zurück in seine evolutionäre Entwicklung, werden mitunter Begründungen für die Vorteile roher tierischer und pflanzlicher Kost gesucht und die relativ kurze Ernährungsperiode mit industriell gefertigten Futter als negativ in Frage gestellt. Auf Grund der Anpassungsfähigkeit des Hundes an veränderte, allerdings artgerechte Ernährung gibt es zurzeit keinen gesicherten Beweis für diese Theorie.


Abschließend zur Thematik „Selbstzusammenstellung von Rationen" noch eigene Beobachtungen und Erfahrungen aus den Jahren 1950 bis 1990

Den Hundehaltern in der ehemaligen DDR stand bis 1990 kein qualitatives Alleinfutter zur Verfügung. Die ernährungsbe-wussten Gebrauchshundesportier unter ihnen stellten mit Erfolg ihre Rationen über Jahre aus rohem Muskelfleisch, einem vertretbaren und geeigneten Anteil Knochen, ebenfalls rohen Innereien und einem geringen Anteil vollwertiger pflanzlicher Produkte (Haferflocken) zu- sammen. Gekochtes Fleisch kam nur selten zum Einsatz, und zwar dann, wenn es nach veterinärhygienischer Verordnung als solches geliefert wurde. Zumindest der Gebrauchshunde-sportler verschaffte sich damals aus kollegialen Erfahrungsaustauschen elementarste Grundkenntnisse zur Rationszusammenstellung. Dabei stand nicht die Ausgewogenheit jeder Ration im Vordergrund, man baute auf den gesunden Organismus der Tiere, mit dem sie in der Lage waren, über mehrere vollwertige Mahlzeiten die erforderliche Bilanz selbst zu gewährleisten. Mineral-Stoffe, Spurenelemente und Vitamine wurden in Form eines Vitamin-Mineralstoff-Gemisches zugesetzt und damit eine optimale Versorgung sichergestellt.
Ein derartiges Beispiel löst sicher nicht unbedingt positive Diskussionen aus. Dies insbesondere, wenn es um Beispiele aus einer Zeit bzw. einem Staat geht, für den so mancher aus Unkenntnis auch alle positive Erscheinungen ignoriert. Das Problem besteht eigentlich darin, dass sich für dieses Ernährungsregime ebenfalls keine neutralen wissenschaftlichen Studien nachweisen lassen und die empirischen Erkenntnisse im Laufe der Generationsfolgen immer mehr in Vergessenheit geraten. Ältere Hundehalter und Züchter aus dieser Zeit dürften allerdings die Tatsache bestätigen, dass sie sich damals kaum mit Verdauungsstörungen oder anderen ernährungsbedingten Anomalien bei ihren Hunden befassen mussten und die heute gefürchtete und rasant um sich greifende Magendrehung kaum bekannt war. Allerdings darf in diesem Zusammenhang die damals noch vorhandene genetisch relativ variablere Hundepopulation nicht unbeachtet bleiben.

Wer dennoch für dieses alternative Ernährungskonzept Vertrauen aufbringt, dem sei geraten, den Fleischrationen im Mittel 20 %, besser nur 10 % hochwertige pflanzliche Produkte (Beiflocke) unterzumischen. Als vorteilhaft hat sich unter diesem Gesichtspunkt die Verfütterung rohen Fleisches - mit Ausnahme von Schweinefleisch (Aujeszkysche Krankheit) - erwiesen. Aus Gründen eines Infektionsrisikosbleibt allerdings auf das Erfordernis einer hygienischen Bezugsquelle zu verweisen.


Schlussfolgerungen

Vorstehende Ausführungen lassen den Schluss zu, dass in unserer Zeit weder dem Einsatz industriell gefertigten Alleinfutters noch der Ernährung mit eigens zusammengestellten Rationen ein grundlegender beweiskräftiger Vorrang gegeben werden kann.

Bezieht man in diese Betrachtungsweise noch die gesamte Hundepopulation der BRD mit schätzungsweise über sechs Millionen Tieren ein und stellt dem das riesige Angebot an Fertigfutter gegenüber, so wird ganz zwangsläufig, im Zusammenhang mit unserer gesellschaftlichen Entwicklung, die Priorität des Verbrauches bei industriell gefertigter Nahrung verbleiben. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, mttermittelrechtliche Grundlagen dahingehend weiter zu präzisieren, dass die Angaben zu den Inhaltsstoffen erweitert und vom Verbraucher in finanziell vertretbarem Rahmen einer analytischen Kontrolle zugeführt werden können. Hierbei werden sich wirkliche Qualitätsfutter herauskristallisieren, und im breit gefächerten Angebot wird die „Spreu vom Weizen" getrennt. Inwieweit ein derartiges Ansinnen marktwirtschaftlichen Zwängen überhaupt standhalten könnte, muss an dieser Stelle offen bleiben. Als sicher dürfte aber eine steigende Tendenz der Gesundheitsgefährdung des Hundes durch den fortlaufenden Verzehr von minderwertigem Fertigfutter angesehen werden.

Ernährung nach konventioneller Art mit Fleisch und entsprechendem Anteil pflanzlicher Produkte ist bei Beachtung richtiger Nährstoffzusammenstellung nach Alter und Körpergröße sowie fütterungstechnischer Erfordernisse als artgerecht und gesund zu bewerten.
Der Erfolg wird allerdings nur dann eintreten, wenn sich der Hundehalter ein ernährungsspezifisches Grundwissen angeeignet hat, die technischen Voraussetzungen vorhanden sind und er den wesentlich höheren Arbeitsaufwand gegenüber der Ernährung mit Alleinfutter nicht scheut.

 

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Aktualisiert am 19.06.2012

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